In dieser Beitragsreihe möchte ich dich über fatale Finanzfehler aufklären, damit du sie nicht selbst begehst und so mehr von deinem ersparten Geld hast. Im vierten Part geht es um die Finanzfehler 16 – 20.

Falls du die ersten Teile dieser Reihe verpasst hast, gelangst du hier zu den fatalen Finanzfehlern Part 1, Part 2 und Part 3.

16. Du vertraust blind (Finanz-)Experten

Experten gibt es auf jedem Gebiet. In den meisten Fällen ist es auch sinnvoll sich an einen Experten zu wenden. Nehmen wir als Beispiel das Handwerk. Es ist generell zu erwarten, dass ein Handwerker immer besser wird, je öfter und länger er seinem Handwerk nachgeht. Viel Erfahrung ist hier ein großer Pluspunkt, er kann einen besseren Job machen.

In der Finanzindustrie sieht es leider meistens ganz anders aus. Die Finanzwelt ist wesentlich komplexer und von mehr Variablen abhängig, sodass Ereignisse nicht treffend vorhergesagt werden können. Erfahrung ist immer ein Produkt der Vergangenheit und Vergangenes kann in einer komplexen Welt nicht eins zu eins in die Zukunft projiziert werden. Somit weiß ein Finanzexperte wesentlich mehr als ein Laie, allerdings werden dadurch seine Prognosen nicht treffender. Beispiele hierfür gibt es genug.

Also merke: Verlass dich nicht blind auf Experten. Du kannst deren Meinungen gerne mit in deine Überlegungen einfließen lassen, denken musst du aber selber.

17. Du versuchst Markttiming zu betreiben

Markttiming klingt immer so gut, beim absoluten Minimum kaufen und anschließend beim Höchststand wieder verkaufen. Maximaler Gewinn, alles bestens. Leider ist das nicht so einfach. Fangen wir mal an mit dem offensichtlichsten Punkt, der gegen das Konzept Markttiming spricht: Kurzmaxima und -minima erkennt man erst wenn es vorüber ist. Es handelt sich also um Werte in der Vergangenheit. In der Gegenwart kannst du nicht erkennen, wie sich der Kurs weiterentwickelt. Er könnte seinen Trend fortsetzen, aber auch abrupt in eine andere Richtung gehen. Selbst Experten versagen reihenweise am Markttiming.

Außerdem kostet Markttiming sehr viel Zeit. Du musst den Kurs verfolgen, dich jeden Tag mit der entsprechenden Aktie beschäftigen, um zu versuchen, den weiteren Trend zu erkennen. Eine Garantie für die Richtigkeit deiner Prognosen gibt es nicht, selbst wenn du alle Fakten kennen würdest. Markttiming bringt dich zudem dazu, viel mit Wertpapieren zu handeln (traden) und jede Transaktion kostet natürlich auch Geld. Diese Kosten musst du mit deinem Markttiming erstmal wieder wett machen, und das wird sehr sehr schwierig. Für mich ist Markttiming ein Spiel, eine reine Glückssache, und keine nachhaltige Strategie im Vermögensaufbau.

Also merke: Markttiming ist ein Glückspiel und häufig nicht erfolgreich. Halte dich besser an die nachhaltige Buy&Hold-Strategie, um langfristig Vermögen aufzubauen.

18. Du hast kein Durchhaltevermögen

Durchhaltevermögen ist ein Skill, der in unserer schnelllebigen Welt immer wichtiger wird. Heutzutage sind wir es nicht mehr gewöhnt Geduld aufzubringen und auf Dinge zu warten. Alles kann von Zuhause bestellt werden und wird innerhalb von 1-2 Tage problemlos geliefert. Wir haben uns an die Bequemlichkeit gewöhnt, sofort die Ergebnisse unseres Handelns zu sehen.

Falls dies aber mal nicht der Fall sein sollte, dann sind wir schnell frustriert und geben auf. Genauso ist es beim Investieren. Wir verfolgen eine bestimmte Strategie, aber wollen nach kurzer Zeit Rendite sehen. Sieht die Realität anders aus, probieren wir einen neuen Ansatz. Wir denken nach was schiefgelaufen ist, handeln mit unseren Wertpapieren , probieren neue Strategien, und das kostet viel Geld und Nerven. Wieso nicht einmal zurücklehnen und die gutdurchdachte Strategie weiterverfolgen?

Also merke: Manche Sachen brauchen Zeit. Ergebnisse sieht man nicht sofort, sondern nach langer harter Arbeit. Durchhaltevermögen ist eine Tugend, welche für deinen Erfolg sehr wichtig ist.

19. Einkommen vs. Lebensstandard

Die Versuchung ist groß: mit jeder Gehaltserhöhung oder anderweitiger Steigerung deines Einkommens hebst du deinen Lebensstandard an. Eine größere Wohnung, ein schnelleres Auto, schickere Klamotten … du hast dir das alles ja schließlich hart erarbeitet. Nach kurzer Zeit allerdings ist dein neuer fancy Lebensstil aber zur Routine geworden. Du fühlst dich wie vorher, dennoch ist nichts mehr von deinem höheren Einkommen übrig und du wunderst dich, warum du keine Geldreserven aufbaust. Grafisch könnte das ganze so aussehen:

Einkommen vs. LebensstandardWäre es nicht besser seinen Lebensstandard nicht sofort anzupassen, sondern das hinzugekommene Geld sinnvoll zu investieren? Genau so sehe ich es. Natürlich sollst du nicht alles investieren, gönne dir bitte auch etwas von dem Geld. Sagen wir 20% davon gibst du für Sachen dir die guttun aus und die verbliebenen 80% werden gespart in z.B. ETFs investiert. Gehst du so bei jeder Einkommenserhöhung vor, steigerst du kontinuierlich deinen Sparanteil (Sparquote) und wirst schon bald ein ansehnliches Vermögen aufgebaut haben.

Also merke: Ein höheres Einkommen soll in erster Linie eine höhere Sparquote bedeuten und nicht eine sofortige Anhebung des Lebensstandards, sonst stehst du nach  kurzer Zeit wieder an der gleiche Stelle wie vorher.

20. Du bildest dich nicht weiter

Investitionen in dich und deine Fähigkeiten bringt die beste Rendite, ohne Frage. Deswegen solltest du einen festen Anteil deines Einkommens in deine Person investieren. Hierzu gibt es viele Möglichkeiten, in meinem Beitrag Humankapital habe ich ein paar Möglichkeiten aufgezählt.

Stell dir vor von heute auf morgen würde dein komplettes Einkommen wegfallen, z.B. durch Arbeitslosigkeit. Auf der Suche nach einer neuen Einkommensquelle spielen deine Erfahrungen, Fähigkeiten und auch Kontakte eine wichtige Rolle. Jene Punkte, welche du durch die Investition in dich gestärkt und ausgebaut hast.

Also merke: Du bist deine eigene Wertanlage und diese will regelmäßig bespart werden.


Ich hoffe ich konnte dir helfen einige dieser Fehler zu vermeiden. Fallen dir noch weitere Fehler ein? Dann schreib mir über das Kontaktformular oder lass mir einen Kommentar da. Vielen Dank!

Martin
Autor

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