Unsere Glaubenssätze (englisch: beliefs) beeinflussen uns jeden Tag, und zwar unbewusst. Häufig limitieren sie unsere persönliche Weiterentwicklung. Im zweiten Teil geht es um das Erkennen von limitierenden Glaubenssätzen, deren Auflösung und wie du sie ins Positive drehst.

Im ersten Teil der Reihe Glaubenssätze ging es um die Definition, die Arten und die Folgen von Glaubenssätzen. Hast ihn verpasst? Dann kannst du ihn hier nachschauen. Ansonsten gehts weiter mit Teil 2.

Limitierende Glaubenssätze halten dich von dem Erreichen deiner Ziele ab, indem sie dich in deinem Denken und Handeln einschränken. Hierbei reden wir uns selbst ein, dass wir etwas nicht (gut genug) können oder jetzt einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt ist. Diese Gedanken zwingen wir uns selbst auf, um uns z.B. vor Verlust- oder Versagensängsten zu schützen. Dabei verschenken wir aber das Potential, welches in uns wohnt. Der Stillstand in unserem Leben macht uns irgendwann unglücklich. Spätestens am Sterbebett bereuen wir es unsere Träume oder Ziele nicht verfolgt zu haben. Aber so muss es nicht sein. Genau jetzt kannst du deine limitierenden Glaubenssätze an das Tageslicht holen und auflösen.

Limitierende Glaubenssätze erkennen

Um limitierende Glaubenssätze aufzulösen und als positiven Antrieb zu nutzen, musst du sie erstmal erkennen. Das ist leider nicht sehr leicht, da sie unbewusst still und heimlich unser Denken und Handeln steuern. Daher ist es sehr hilfreich seine unbewussten Handlungen und Entscheidungen immer mal kritisch zu hinterfragen. Achte dabei besonders auf Verallgemeinerungen und sonstige Formulierungen oder Sätze, die du sehr häufig verwendest.

Limitierende Glaubenssätze schießen uns besonders dann in den Kopf, wenn wir keine Zeit haben eine Situation gründlich zu analysieren und eine spontane Entscheidung verlangt wird. Aus Zeitgründen greifen wir also auf vorgefertigte und etablierte Reaktionen und Meinungen zurück. Aus Selbstschutz sind uns diejenigen am liebsten, welche die Verantwortung auf andere überträgt oder uns selbst als Opfer der Umstände darstellt. Haben wir nicht mehr die Verantwortung für die Situation, in der wir uns befinden, oder liegt etwas außerhalb unserer Möglichkeiten, brauchen wir kein schlechtes Gewissen zu haben einfach nichts zu tun.

Fallen dir spontan keine solcher Glaubensätze ein? Dann gebe ich dir ein paar Beispiele:

  • Ich bin nicht so gut wie andere
  • Das ist zu schwierig
  • Die Sache hat doch einen Haken
  • Dafür bin ich zu alt
  • Das  klappt eh nicht
  • Morgen fange ich damit an
  • Das kann ich mir nicht leisten
  • Wer hoch hinaus will, fällt tief
  • So bin ich halt
  • und viele mehr …

Erkennst du einige davon wieder? Hast du sie dir selbst schon mal eingeredet? Ich vermute ja, ist ja auch bequemer als Dinge anzupacken. Wie schon erwähnt im ersten Teil der Beitragsreihe, werden diese Glaubenssätze zu deiner Wahrheit und zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Das gute dabei: du musst nicht damit leben. Du hast die Macht etwas daran zu ändern! Der Weg wird nicht leicht und es geht auch nicht von heute auf morgen, aber es lohnt sich.

Limitierende Glaubenssätze auflösen und ersetzen

Hast du deine limitierenden Glaubenssätze erkannt, kannst du sie im Anschluss auflösen und durch positive, bestärkende Glaubenssätze ersetzen. Wichtig ist es, deine Glaubenssätze immer an deine aktuellen Ziele und Wünsche anzupassen. Folgende Fragen können dir dabei helfen:

  • In welchen Situationen tritt er auf?
  • Warum halte ich an diesem Glaubenssatz fest?
  • Wovor schützt er mich?
  • Woran hindert er mich?
  • Warum bist du dir so sicher, dass er wahr ist?
  • Was wäre, wenn das Gegenteil wahr ist?
  • Gibt es Beispiele, wo der Glaubenssatz nicht zugetroffen hat?
  • Wie hast du dich dabei gefühlt?

Vielleicht ist dir jetzt bereits klar geworden, dass einige Glaubenssätze nicht der Wahrheit entsprechen. Oder du hast durch die ehrliche Beantwortung der Fragen den Entschluss gefasst, nicht mehr an etwas zu glauben. Die Auflösung hat begonnen. Nun geht‘s um das Ersetzen, damit dein altes Denkmuster gar keine Chance hat wiederzukommen und dich auszubremsen.

Schreibe dir deinen negative Glaubenssatz auf. Überlege dir, welche positiven Umdeutungen es gibt. Kannst du die Aussage komplett umdrehen? Nehmen wir als Beispiel den Glaubenssatz „Das kann ich eh nicht“. Dieser Satz tritt meistens dann auf, wenn wir unsere Komfortzone verlassen müssen. Wir halten an dem Glaubenssatz aus Bequemlichkeit fest oder weil wir Angst haben, etwas Neues zu probieren. So schützt er uns vor Enttäuschung oder Versagen, da wir außerhalb der Komfortzone nicht unsere beste Leistung erbringen können.

Ist der Glaubenssatz immer wahr? Natürlich nicht, selbst wenn wir etwas nicht gut können, heißt das nicht, dass wir versagen. Ich bin mir sicher du kennst genügend Beispiele, wo dieser Satz bei dir nicht gestimmt hat. Wie hast du dich danach gefühlt? Das war sicherlich ein sehr gutes Gefühl. Davon solltest du dir mehr gönnen. Aber das geht nur, wenn du aus deinem Glaubenskäfig ausbrichst.

Falls dir selbst nach gründlichem Überlegen kein Beispiel in deinem Leben einfällt, denk doch mal an andere Personen, die in einer ähnlichen Situation waren. Es gibt Menschen, welche keine Angst vor unbekannten Situationen haben. Glaubst du sie sind besser als du bei neuen Dingen? Natürlich nicht. Sie kennen nur den Satz „Das kann ich eh nicht“ gar nicht und sagen sich stattdessen: „Ich kann das“ oder „ich möchte unbedingt neues lernen“. Genau diese Leute werden immer erfolgreicher sein als du, denn sie wollen wirklich etwas erreichen. Gleiches Hindernis, aber komplett unterschiedliches Mindset.

Weitere Beispiele zur Veranschaulichung findest du in folgender Tabelle. Dabei gibt es natürlich immer mehrere Möglichkeiten einen positiven, bestärkenden Glaubenssatz zu bilden.

Limitierender Glaubenssatz

Positiver Glaubenssatz

Ich bin nicht so gut wie andere Was ich nicht kann, lerne ich von anderen
Das ist zu schwierig Das schaffe ich locker
Die Sache hat doch einen Haken Die Sache bietet mir enorme Möglichkeiten
Wer hoch hinaus will, fällt tief Nur wer etwas wagt, kann gewinnen
So bin ich halt Ich möchte mich weiterentwickeln

 

Oder kannst du eventuelle eine endgültige Feststellung durch eine offene Frage ersetzen? Als Beispiel soll hier der Glaubenssatz „Das kann ich mir nicht leisten“ dienen. Redest du dir diese endgültige Wahrheit ein, hast du keine Möglichkeit ihr zu entkommen. Fragst du dich stattdessen „Wie kann ich es mir leisten?“ So kannst du dein Gehirn anregen Lösungen zu finden, es entsteht Raum für deine Kreativität und Problemlösungskompetenz. Hast du dir dieses Denkmuster erst einmal angewöhnt, eröffnen sich dir fast unendliche Möglichkeiten, wenn du auf Hindernisse triffst.

Bastel dir deinen eigenen Glaubenssatz

Was wir denken, wird zu unserer Realität

Dieses Prinzip gilt auch für positive Denkmuster, und genau das machen wir uns zu Nutze. Ein positiver Glaubenssatz soll uns Kraft geben, uns motivieren und zu Höchstleistungen anspornen. Er muss einfach zu merken und unmissverständlich sein. Daher achte auf folgende Punkte in deinem Glaubenssatz-Rezeptbuch:

  • nutze ausschließlich Affirmationen
  • vermeide Verneinungen und Konditional-Sätze
  • formuliere kurz und prägnant

Mit diesen Zutaten baust du dir deine Glaubensmuster zusammen. So könnten dabei folgende Resultate entstehen, welche dich unterstützen erfolgreicher und glücklicher zu werden:

  • Jede Niederlage bringt mich näher ans Ziel
  • Es gibt immer einen Weg
  • Der Weg ist das Ziel
  • Ich bin dankbar, für das, was ich habe

Fällt dir noch etwas ein? Dann lass es mich wissen


Im dritten Teil der Reihe zu Glaubenssätzen wird es speziell um Glaubenssätze über Geld, Vermögen und Finanzen gehen und wie sie dich davon abhalten finanziell unabhängig und erfolgreich zu werden.

Martin
Autor

Schreibe einen Kommentar